Einwohnerzahl: ca. 33,3 Mio.
Hauptstadt: Kabul
Amtssprache: Paschtunisch & Dari
Religion: 99,9% Muslime
Regierungssystem: Präsidialsystem
Währung: Afghani

Afghanistan gehört geografisch zu Südasien und liegt östlich des Irans über Pakistan. Das Land ist größtenteils Gebirgsland. Weniger als 10% der Landesfläche liegen unterhalb von 600 m.

Die fundamentalistisch islamisch ausgerichteten Taliban-Milizen kamen 1996 bis Oktober 2001 an die Macht und setzten eine radikale Interpretation des Islam und insbesondere die Scharia mit aller Härte durch. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten wurde das Taliban-Regime, das Mitgliedern von Terrororganisationen Unterschlupf gewährt hatte, im maßgeblich von den Vereinigten Staaten geführten Krieg gegen den Terror gestürzt. Seit 2004 ist Afghanistan eine Islamische Republik unter Präsident Aschraf Ghani.

Die Lage der Menschenrechte ist dennoch nach wie vor schlecht. Amnesty International dokumentierte in zahlreichen Hafteinrichtungen in Afghanistan Folter und Misshandlungen. Journalisten wurden festgenommen, geschlagen oder getötet. Die Todesstrafe wird immer noch vollzogen. Viele Kinder werden in Afghanistan zwangsverheiratet und häusliche Gewalt ist weit verbreitet. Auch gibt es weiterhin Kindesmisshandlungen und sexuellen Missbrauch von Kindern etwa durch die Praktik von Bacha bazi, die während der Talibanherrschaft 1996 – 2001 auf einem Minimum war.

Auf 10.000 Einwohner kommen zwei Ärzte und 4,2 Krankenhausbetten, wobei 80 Prozent der Ärzte in Kabul arbeiten. Die ländliche Bevölkerung hat deshalb nur zu etwa 66% Zugang zu medizinischer Versorgung. Afghanistan hat eine der höchsten Mutter-Kind-Sterblichkeitsraten der Welt, da nur bei 19 Prozent der Geburten medizinisches Fachpersonal zur Verfügung steht. Jährlich sterben etwa 24.000 Frauen vor, während oder direkt nach einer Entbindung. Fast ein Viertel der Kinder stirbt vor dem fünften Lebensjahr.

Die Wirtschaft wurde großteils nach 2001 zerstört. Zusätzlich gab es 2008/2009 Ernteausfälle durch Dürre. 67% der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig, obwohl nur 6% der Staatsfläche landwirtschaftlich nutzbar ist. Eine große Rolle spielt der Handel mit Opium. 2006 betrug der Handel mit Opium 46 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 6000 Tonnen Opium wurden geerntet, was 92% der gesamten Weltproduktion entspricht. Für die Landwirte ist der Schlafmohnanbau um etwa das Zehnfache lukrativer als der Weizenanbau.

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